Welche Möglichkeiten habe ich, wenn es zu Hause nicht mehr weitergeht?

Die meisten Menschen wünschen sich zu Hause im Kreis ihrer Familie oder vertrauter Personen zu sterben. Jedoch bringen die Anforderungen, die eine Versorgung Sterbender erfordert, Angehörige oder Freunde oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Es wird Sie niemand verurteilen, wenn Sie als Angehöriger die Grenzen spüren und sich diese eingestehen. Es ist auch nicht notwendig, dass Familienmitglieder oder Freunde die körperlich und seelisch oft sehr belastende Krankenpflege leisten. Hierfür stehen häusliche Pflegedienste zur Verfügung. Außerdem hilft Ihnen hier auch der behandelnde Arzt. Um den sterbenden Menschen und seine Angehörigen seelisch zu entlasten, besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern die Sterbebegleitung zu unterstützen.

In manchen Fällen ist es jedoch trotz aller unterstützenden Maßnahmen und der Hilfe eines Pflegedienstes nicht möglich die betroffene Person in der Häuslichkeit weiter zu versorgen. Hier besteht die Möglichkeit sogenannter Palliativeinrichtungen, Palliativstationen und Hospize. In diesen Einrichtungen können Menschen mit weit fortgeschrittenen und nicht mehr heilbaren Erkrankungen versorgt werden. Im Vordergrund stehen nicht mehr die Bekämpfung der Erkrankung sondern ein würdevolles Leben der Sterbenden bis zum Tod und ein Überleben für die Angehörigen. Ziel ist es die letzte Lebensphase so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Hospizdienst und einem Palliativpflegedienst?

Der Hospizdienst bietet für Betroffene und Angehörige adäquate psychosoziale Unterstützung im Sterbe- und Trauerprozess an, jedoch keine Pflegeleistungen. Die Hospizhelfer erhalten Schulung, Begleitung und Fortbildungen.
Wesentliche Elemente des Hospizdienstes sind die ehrenamtlichen Hospizhelfer und die hauptamtliche Koordinationskraft.
Der Hospizdienst ist zu festgelegten Zeiten im Büro erreichbar.

Die Palliativpflegedienste haben sich auf palliativmedizinische und vor allem -pflegerische Betreuung spezialisiert. Die hauptamtlichen examinierten Pflegekräfte verfügen über eine 3jährige Berufsausbildung, sowie eine Palliative Care Weiterbildung.

 

Pflegende Angehörige - Tipps

Wenn Menschen umfassende Hilfe und Pflege brauchen, benötigen nicht selten diese Hilfe auch bei der Nahrungsaufnahme. Vieles gelingt nicht mehr gut, es kommt zu Aspirationen (Einatmen von Fremdkörpern wie Nahrungsteilen, Flüssigkeiten, Speichel), die und durch ein (mehr oder minder starkes/schwaches) Husten auffallen. Pflegende sollten davon ausgehen, dass das für den hilfebedürftigen Menschen schmerzhaft ist, so sehr,  dass es zur Nahrungsverweigerung kommen kann. Pflegende Angehörige, die ihren Angehörigen etwas Gutes tun wollen und ihnen ihr Lieblingsessen/Lieblingsgetränk anbieten, sind dann häufig sehr ratlos. Manchmal hilft es, die Ernährungstechnik, die Gabe von Essen und Trinken etwas zu verändern und/oder einen geeigneten Löffel und Becher anzubieten. Der Bereich der Hilfsmittel ist in den letzten Jahren auch im Bereich Nahrungsaufnahme gewachsen; es gilt nun, die Situation einzuschätzen und das richtige Hilfsmittel auszuwählen.

 

Menschen mit geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung können im Bereich von Palliative Care sowohl Patienten in ihrer letzten Lebensphase als auch Angehörige/Begleiter von Schwerkranken und Sterbenden sein. In beiden möglichen Rollen gelingt Aufklärung und Kommunikation mit ihnen nur, wenn ihre Besonderheiten in den Bereichen Denken, Sprache und Emotionen beachtet und berücksichtigt werden, die durch die geistige Behinderung gegeben sind. Je umfassender diese schädigungsspezifischen Besonderheiten gekannt und beachtet werden, desto sicherer gelingt mit Menschen mit geistiger Behinderung ein Aufklärungsgespräch und eine sich entsprechend dem aktuellen Krankheitsstadium notwendig ändernde Begleitung und Beratung.

 

Wie sorge ich vor?

Patientenverfügung
Mit der Patientenverfügung haben Sie die Möglichkeit festzulegen, mit welchem Ziel Sie behandelt werden möchten, wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar und die Lebenserwartung begrenzt ist. Dabei geht es um eine persönliche Standortbestimmung im Spannungsverhältnis zwischen medizinischer Maximaldiagnostik und -therapie, die auf Lebensverlängerung ausgerichtet ist, und palliativer Versorgung, die den Erhalt der Lebensqualität in den Vordergrund stellt.  Eine Patientenverfügung ist für alle an der Behandlung beteiligten Personen bindend und wird dann wirksam, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann. Weitere Informationen beim Justizministerium unter www.bmj.bund.de

Vorsorgevollmacht
Mit einer Vorsorgevollmacht beauftragen Sie eine Person Ihres Vertrauens, rechtswirksam für Sie zu handeln, für den Fall, dass Sie z.B. durch die Folgen einer Erkrankung selbst nicht mehr handlungs- und geschäftsfähig sind.  Alternativ zur Vorsorgevollmacht ist auch eine Betreuungsverfügung möglich.

Bestattungsvorsorgevertrag
Auch über Bestattung und Trauerfeier können sie eine Verfügung treffen. Die Erfahrung zeigt, dass es für die Hinterbliebenen hilfreich und entlastend ist zu wissen, dass sie ganz im Sinne der/des Verstorbenen handeln. Es ist zudem möglich, sich in einem Bestattungsinstitut beraten lassen und seine Wünsche in einem so genannten Bestattungsvorsorgevertrag schriftlich niederzulegen.